Gedichte, Gedanken, Geschichten, Reiseberichte, Naturerlebnisse  
 
  Naturgedichte 03.04.2025 22:55 (UTC)
   
 

Wasser-Wanderung

Hoch oben an einem Berge
mit zerklüfteten Felsen
entspringt aus einem Spalt
eine kleine Quelle mit
ruhig fliessendem Wasser,
einem Kristall gleich
weithin glitzernd in der
glühend heissen Sonne.

Auf halber Höhe hat sich
die kleine Quelle in einen
singenden Bach verwandelt,
der sich fröhlich plätschernd
seinen Weg bahnt durch die
grossen Steine und Felsbrocken,
die für das starke Wasser
kein Hindernis sind.
Überall lässt er seine beein-
druckenden Spuren zurück.

Fröhlich plätschernd fliesst er
geruhsam an mir vorbei,
seine Entstehungs-Geschichte,
seinen langen Weg hierher
singend erzählend.
Er lädt mich ein an seinem
Ufer zu ruhen und mich zu
entspannen, nachzudenken,
und mich mit seinem erfrisch-
enden Wasser abzukühlen.

Am Fusse des Berges ist er zu
einem reissenden Bach geworden,
später zu einem schnellen Fluss.
Im Tal darf er oft nicht
so fliessen wir er das
von Natur aus gewohnt ist.
Er wird in seine Schranken
gewiesen, meist mit nicht
natürlichen Materialien.
Das ist langweilig für ihn
und hässlich für unsere Augen.

Die Sonnne scheint brennend
heiss auf die dürre Erde,
und entzieht dem Fluss
das letzte Wasser.
Als Dampf steigt es in den
Himmel und sammelt sich
dort in Form von Wolken.
Das Bachbett wird zur
Steinwüste und es
herrscht Totenstille.

Doch irgendwann lösen sich
die Wolken wieder auf und
das Wasser fällt in Form von
Regen vom Himmel herab,
und erlöst die dürstende Erde.
Der harmloseste Bach wird
nun zum reissendsten Fluss,
und nichts ist mehr sicher
vor der ungeheuren Gewalt
dieses Wassers.

Alles an seinem Weg wird
zerstört und mitgerissen;
nichts bleibt mehr übrig,
kein Leben regt sich mehr.
Im Bachbett häufen sich
Baumstämme, von weitem
Streichhölzern gleich.
Überall herrscht Totenstille.

by Corinne Iten 1998
entstanden an einem Bergbach
bei Terra Vecchia im Centovalli
(Kanton Tessin, Schweiz)

.

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Umweltschutz-Rap

Dieser entstand am Gymnasium zusammen mit einigen Kolleginnen.

Leider weiss ich nicht mehr genau, wer alles dabei war.

Das Projekt blieb unvollendet und wurde nie produziert.

Die zweit- und drittletzte Strophe habe ich später geschrieben.

.

.

Zerstöre, verpeschte, manipuliere und morde,

was isch nur us eus worde?

Dänkt eigentlich niemmer a morge?

Ersch zäh Jahr isch es her sit Tschernobyl.

Vietnam als wär’s erscht geschter gsi.

D’Folge devo sind no lang ned verbi.

Trotzdem sind mier’s am vergässe

Aber wenigstens ich ha no z’ässe

 

Vergässe, verdränge, d’Auge devo verschliesse.

Üs interessiert sowieso nur’s gniesse.

Die neuschti Mode, de letschti Schrei,

wie’s produziert worde isch, isch einerlei.

Geld, Luxus und Bequemlichkeit

Stönd für eus im Vordergrund,

was mit de andere passiert, ja und.

Trotzdem sind mier’s am vergässe

Aber wenigstens ich ha no z’ässe

  

D’Luxuskarosse stoht vor em Huss,

wer goht denn hüt scho z’Fuess oder mit em Bus.

De Cheque vom Alte isch eh fett,

und deheim im Penthouse staht mis Wasserbett.

Natürlcih han ich au en Pelzmantel i mim Chleiderschrank,

dass dodefür vieli Tier müend stärbe, macht mech ned chrank.

I mim Beauty-Case han ich Wimperntusche, Lidschatte und Lippestift

Dass es det Tierfett dinne het isch mier egal, es isch ja kei Gift.

  

Wäg em Triibhuuseffekt und em Ozonloch schiint z’Sunne immer heller,

I de Antarktis und i de Alpe schmilzt s’Ys immer schneller,

drum gits Überschwemmige z’Bangladesh,

doch das stört dich ja ned, solang du no z’ässe hesch.

 

Au do die Schwyz zeigt sich s’Usmass vo dere Erderwärmig scho,

de chlinschti Bach chönnt plötzlich als rissende Fluss de Bärg durab cho.

Schiene und Strasse müend gsperrt werde,

Will sie verschüttet sind vo de rütschende Erde.

Vo orkanartige Störm wird au immer öfter brichtet.

Ganze Wälder sind den Orkän scho zum Opfer gfalle,

und a unzählige Hüüser händ si scho Schäde agrichtet.

  

De Pazifik und de Atlantik werded leergfischt,

und d’Erträg werdet i riiche Länder uftischt.

D’Schuld für die fischlääre Ozeane git mer de Robbe,

drum isch d’Jagd uf die scho wieder nümm verbote.

S’Walfangverbot isch glaub au vergäbe,

und Delphin kämpfid au ums überläbe.

350 Delphin sind i de Fischernetzt glandet,

und spöter a de französische Atlantikküste gstrandet.

  

S’ Meerwasser isch sowieso scho lang vergiftet,

denn es sind scho vieli Oeltanker vo ihrem Kurs abdriftet.

Und vili Chemiekonzärn gheiid ihri Giftmüllfässer

I diä verschiedene ozeanische Gwässer.

Trotzdem sind mier’s am vergässe,

aber wenigschtens ich ha no z’ässe.

 

Mer cha hüt sämtlichi Blueme i allne Farbe ha,

und d’ Härdöpfel sind resistent gäge s’Chnolle-CA.

Chliitier sind hützutags i Versuechslabors kei Selteheite,

a ihne teschtet mer Medikamente für verschiedeni Chrankheite.

Agfange hed d’ Genmanipulation mit de Sojabohne,

und jetzt chamer denn scho glii de erschti Mensch chlone.

  

Im Amazonas-Gebiet düends de Rägewald abholze,

und mit schwäre Maschine umebolze.

Vieli Pflanze und Tierarte, zum Teil no unentdeckt,

oder zwenig erforscht, sind wäge dem verreckt.

De grodeti Bode isch guet für d’Rinder,

aber ned für d’ Indiander-Chinder

Uf d’Möbel us tropischem Holz sind z’Europa vieli Lüüt stolz.

Abgholzt sind scho meh als 50% vo dem Rägewald,

wenn das eso wiitergahd isch de Weltundergang scho bald.

 

De Regewald ade brasilianische Oschtküschte

muess immer meh wiche anere Betonwüeschte

Früehner Lebensruum vo verschiedene Tier,

wo jetzt nur no im Zoo hend ihres Revier.

Eis Biispiel sind Goldlöwenaffe:

Jetzt hed mer es neuis Projekt gschaffe.

mer duäd einzelni Gebiet zämesetze,

das heisst mit Korridore verbinde,

und die Äffli det wieder ussetze.

 

En Lösig muess mer au no finde

Ade Grenze zu Bolivie und Paraguay

I dem Füechtgebiet lebed Papagei,

Kaiman, Piranha, Capibara und Tapire.

Au vieli Vögel chönnd Festmahlziit fiire.

Doch selled die Flüss werde breit und grad.

Zum Transport vo Soja per Schiff parad.

D’Uferflora und Fauna würdi zerstört.

Das isch es Projekt wo mich sehr empört.

  

Z’Indie umarmid d’Lüüt vo de Chipko-Bewegig d’Bäum.

Wie lang gaht’s no bis zur Verwirklichung vo all ihrne Träum?

Wieviel Jahr müend echt no vergah,

bis alli Mensche merked, dass eso nümme cha wiitergah?

Ihr alli wo das Lied einisch düend losä,

sigs i de Schuel, deheime, bim Schaffe oder bim Ässe,

düend doch echli drüber nachedenke,

und de Inhalt ned grad wieder vergässe.

 

 
 
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