Frühlingserwachen im Wald
Letzte Woche war ich dieses Jahr (2006) zum ersten Mal im Wald spazieren. Der Frühling zeigte sich vor allem an den vielen blühenden Blumen. An einem kleinen Bächlein, das vom Waldweiher wegführt, entdeckte ich folgende Blumen: Sumpfdotterblume, Buschwindröschen, Sauerklee, Scharbockskraut und am Weiher selbst Waldschlüsselblumen.
In der Nähe dieses kleinen Baches befanden sich ein Pärchen Stockenten. Um sie nicht unnötig zu stören, blieb ich zunächst auf dem Waldweg stehen. Doch anstatt dem Bachlauf entlang, watschelten die Enten in einem grossen Bogen um mich herum durch den Wald und zuletzt dem Waldweg entlang, bis sie auf der anderen Seite des Weges wieder an den Bach gelangten. Eine Weile lang hielten sie sich dort am Bach auf während ich auf der anderen Seite des Weges am Bach mit dem Bestimmen der Blumen beschäftigt war und nicht mehr auf sie achtete. Plötzlich ertönte ein lautes erbostes Krächzen eines Vogels, die Enten erschraken und ergriffen sofort die Flucht, indem sie über mich hinweg auf geradem Weg in den Weiher flogen.
Der Weiher selbst sah nicht sehr lebendig aus, nur an einem Ende wuchs ganz wenig Schilf. Normalerweise leben dort auch Frösche, aber ich sah weder Froschlaich noch Kaulquappen. Auch die blaugrünen Libellen, die jeweils dort herumschwirrten, waren noch nicht aktiv. Dafür flatterte ein zitronengelber Schmetterling immer wieder über den Teich und durch den umliegenden Wald. Für mich war das ein spezielles Bild, wie er da einsam durch die noch kahlen Bäume flog. Es war wie ein Zeichen, als wollte er mir etwas sagen. Als ich dann an einer anderen Stelle im Wald das Gedicht "Waldimpressionen" schrieb, erblickte ich ihn plötzlich wieder. Ich fragte mich, ob es immer noch der gleiche Schmetterling war, oder vielleicht doch ein anderer.